Ich bin Maschinenbauer in Baden, fliege seit zwölf Jahren motorisiert und habe vor dem Blackwing einen geschulterten Tiefdecker gechartert, wann immer das Wetter es zuliess. Beruflich konstruiere ich Werkzeugmaschinen — Materialermüdung, Vibrationsverhalten und vor allem Toleranzen sind mein Alltag. Das hat meinen Blick auf die Light-Sport-Klasse geprägt: Ich wollte ein Flugzeug, dessen Bauweise mich nicht zu Kompromissen zwingt.
Der BW 650 fiel mir an der AERO 2024 in Friedrichshafen auf, weil das Carbon-Layup sichtbar in Formel-1-Qualität gefertigt ist. Was mich aber wirklich überzeugt hat, war der Rotax 916 iS mit 160 PS in einem 600-kg-Rumpf — eine Leistungsdichte, die ich aus der UL-Welt vorher nicht kannte. Vier Monate später stand meine eigene Maschine in der Halle 3 auf dem Birrfeld.
Mein typisches Wochenende sieht so aus: Freitagabend nach der Arbeit ein Hop von Birrfeld nach Sion, einchecken, am Samstagmorgen weiter über den Mont-Blanc-Korridor an die Côte d'Azur. Cannes-Mandelieu hat strenge Lärmrestriktionen — der Rotax 916 iS passt in das Profil problemlos, viele Kollegen mit Avgas-Saugmotoren müssen Umwege fliegen.
Die Reisegeschwindigkeit liegt im Reiseflug bei rund 190 kt auf FL100 — angegeben sind 352 km/h, ich messe meist etwas weniger nach Wind. Tankvolumen 140 Liter ergibt rechnerisch fünfeinhalb Stunden bei 65 Prozent Leistung, also ungefähr 950 nautische Meilen Reichweite, wenn ich Reserven sauber einplane. Für die meisten Wochenend-Missionen reicht ein Tank.
Wichtig ist mir das Single-Lever-Power-Control: ein Hebel, ein Gedanke. Im Steigflug, in der Platzrunde, beim Durchstart — ich habe immer eine Hand für den Funk frei.
Birrfeld LSZF ist Heimat — kurze, gut gepflegte Asphaltbahn, hilfsbereiter Tower, alles ohne Slot. Sion LSGS ist mein Tor in die Westschweiz und ins Wallis: das ILS auf RWY 25 erlaubt mir, auch bei mässigem Wetter sauber anzukommen, und die FBO-Crew geht zügig durch die Treibstoffabwicklung.
Cannes-Mandelieu LFMD ist die Belohnung am Wochenende — Anflug über das Meer, das Esterel-Massiv zur Linken. Ich plane immer eine Stunde mehr ein, weil die Slot-Disziplin streng ist. Und ich liebe die Mollis-Pisten LSZM, wenn ich am Sonntag noch eine Schwarzenegg-Runde drehen will, bevor ich den Vogel wieder ins Birrfeld stelle.
Bevor ich den Blackwing bestellt habe, habe ich mir den Blackshape Prime BK160 angesehen. Beide laufen am 160-PS-Rotax — der Prime aber als Tandem-Sitz mit 750 kg MTOM und Reichweiten über 1.500 km. Reine Reisemaschine, kunstvoll gemacht, Echo-Klasse, IFR-fähig. Für mich war es eine ehrliche Abwägung: Wer Stunden geradeaus über grosses Wasser fliegt, ist beim Prime besser aufgehoben.
Mein Profil ist anders. Ich sitze gern neben einem Co-Piloten oder meiner Frau, will den Wechselsprech und den Blick zur Seite. Die Side-by-Side-Geometrie des BW 650, der niedrig geschnittene Canopy und die Wendigkeit eines 600-kg-Flugzeugs passen exakt zu meinem Wochenend-Profil. Auf engen Alpen-Pisten wie Mollis bin ich froh über die kurze Startstrecke von 175 m.
“Der BW 650 fühlt sich an wie ein Sportwagen, der nicht parkt. Du steigst ein, drehst den Schlüssel, und drei Stunden später bist du am Meer.”
Ich würde das Vertical-Power-Paket und das BRS-Gesamtrettungssystem in der Erstkonfiguration nicht mehr weglassen. Beide sind nicht günstig, aber beide arbeiten im Hintergrund, ohne den Piloten zu beschäftigen — genau die Art Sicherheitsnetz, die ich an einem schnellen UL haben will.